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Siem Reap - Temples of Angkor

Nach anstrengenden Fluegen sind wir am 1. August in Siem Reap angekommen, leider ohne mein Gepaeck. Ein improvisiertes AHL (fuer alle Airline-Insider) wurde am Flughafen von einer sehr motivierten jungen Dame erstellt. Natuerlich wollte ich wissen, wie nun das weitere Vorgehen sein wird, als ich jedoch die Antwort: you just call this number to find out, erhalten habe, war meine gute Laune ploetzlich ziemlich schnell verschwunden. Mein Verhalten war dementsprechend, I learned from the best. HEHE... in diesem Sinne liebe Gruesse ans BA Team in Zuerich. Anyway, genuetzt hatts trotzdem nichts. Deshalb fuhren wir danach in unsere Guesthouse in Siem Reap um uns ein wenig zu erholen und auf Philipp (ein Freund von mir) zu warten, er befindet sich auch seit einiger Zeit auf Reisen und wies der Zufall so moechte, same city at the same time.
Als er angekommen war, stiessen wir auf den 1. August an, natuerlich mit Banana Kahlua Shake. Yammi.....

Am naechsten Tag gings dann los mit der langerwarteten Tempelbesichtigungen von Angkor. Diese Bauwerke sind einzigartig, faszinierend, erstaunlich und einfach nur wunderschoen. Inmitten des Dschungels erbaut und erhalten ueber mehrere tausend Jahre. Da es in Stroemen geregnet hat, besuchten nicht allzu viele Touristen Angkor. Doch darueber waren wir sehr gluecklich, wir stellten uns die Situation waehrend der Hochsaison vor, schrecklich, man wuerde vor lauter Touris die Tempel noch nicht mal mehr sehen.  Nach einem eindruecklichen langen Tag fuhren wir mit unserem sensationellen Tuktuk-Fahrer in unser Guesthouse zurueck um uns 1h zu entspannen.

Danach gings gleich weiter, wir besuchten das Kinderkrankenhaus Kantha Bopha von Dr. Beat Richner. Er gibt dort jeden Samstagabend ein Konzert mit seinem Cello, gefolgt von einem Dokumentarfilm ueber die 40jaehrige Entstehungsgeschichte der 4 Kinderkrankenhaeuser in Kambodscha. Dieser Abend hat uns bestimmt sehr nachdenklich gestimmt, gleichzeitig war er aber auch von sehr viel Hoffnung begleitet. Eigentlich ist es so einfach, mit einem Herz am rechten Fleck, viel Geduld und Durchhaltewillen kann ein Mensch allein so viel enstehen lassen. Hr. Richner hat vor 40 Jahren das erste Krankenhaus fuer Kinder gegruendet um diesem Land, welches von Armut und Krieg gepraegt ist und noch lange sein wird, ein wenig Hoffnung geben zu koennen. Diese Kinder und deren Muetter werden seit diesem Zeitpunkt gratis behandelt. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen und moechten uns nicht vorstellen, was waere, wenn es diese Krankenhaueser nicht geben wuerde.
Die Finanzierung ist jedoch ein taeglicher Kampf und 80% werden von Privatspenden aus dem Ausland ermoeglicht. Die schweizer und die kambodschanische Regierung steuern den Rest dazu.
Deshalb ein Aufruf an euch meine Lieben, ermoeglicht den Kindern von Kambodscha eine gesunde Zukunft und spendet. Alle Infos findet ihr unter der Rubrik "Links". Vielen herzlichen Dank. 

Auch am zweiten Tag gings weiter mit Tempelanlagen besichtigen, dieses Mal aber unter gluehender Sonne. Es ist sehr faszinierend, wenn man sich vorstellt, wie diese Tempel vor einigen hundert Jahren erbaut worden sind.
Auch an diesem Tag wurden wir von den Kindern, welche allerlei Sachen verkaufen, nicht verschont: "hello lady, only 1 dollaaaaaa" etc. Kaum sind wir jeweils aus dem Tuk-Tuk ausgestiegen, waren wir von mindesten 10 Kindern umgeben. Eigentlich sehr suess diese Kinder aber mit der Zeit auch sehr muehsam. Wir mussten uns ab und zu zusammenreissen um freundlich "no thank you" zu anworten. Als wir dann am Nachmittag voellig erschoepft waren, wollte Philip unserem Fahrer erklaeren, dass wir noch 2 Tempel besichtigen und danach ins zurueck ins Guesthouse gebracht werden moechten. Dies machte er anhand einer Map und den Worten: "1, 2, Hotel". Das Gelaechter war gross und wir konnten uns die ganze Fahrt zurueck fast nicht mehr erholen.
Als wir zurueck im Guesthouse waren, voellig verstaubt und verschwitzt, wollte ich mir eine gemuetliche Pflegesession unter der Dusche goennen. Leider wurde mir dies nicht ermoeglicht, da ich Tollpatsch nach dem 1. Schritt im Badezimmer "usgschlipft" bin und mein Steissbein fast gebrochen und der Ellbogen knutschblau geschlagen habe. Konnte mich fuer den Rest des Abends nur noch halbpatzig bewegen. Bin jedoch sehr froh, konnte mich niemand sehen.... peinlich und trotzdem musste ich mich selbst sehr auslachen.

Am 3. Tag begaben wir uns fruehmorgens um 04.30 (ja ihr staunt, doch ich konnte mich tatsaechlich freiwillig so frueh aus den Federn quaelen.) aus dem Bett um den Sonnenaufgang bei Angkor Wat zu bestaunen. Als der Wecker uns aus den Traeumen klingelte, fragten uns dann jedoch, welcher Idiot diese hirnverbrannte Idee hatte. Da wir dann aber schon wach waren und das Tuktuk bestellt war gings auf Richtung Tempel. Wir waren laengst nicht die einzigen, ich glaube alle Touris in Siem Reap hatten diesselbe Idee. Leider war das ganze mit dem Sonnenaufgang nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Der Himmel wechselte von schwarz auf dunkelblau auf hellblau, ohne jegliche Farben. AAAAH... deshalb sind wir nun aufgestanden? Doch irgendwie hat sich das ganze doch gelohnt, die Moskitos hatten auf jeden Fall sehr Freude an uns. Zurueck im Guesthouse gingen wir nochmals eine Runde schlafen, bevor wir uns dem restlichen Tag mit Massagen, Essen, Internet etc. widmeten.
Am Abend dann noch das grosse Highlight: Wir haben uns den 4. August zum Nationalfeiertag gemacht und in einem Restaurant Aelpler Magronen gegessen und Erdinger Weissbier getrunken. Yippieh.........



Phnom Penh

Nach einer 6stuendigen Busreise, begleitet durch asiatische Liebeslieder, von Siem Reap nach Phnom Penh sind wir in der Hauptstadt angekommen. Dort suchten wir sogleich nach einem Guesthouse. Das erste war jedoch jenseits von unseren Vorstellungen, ein Kakerlakenheim ist harmlos dagegen. Zum Glueck hatte es gleich nebenan noch eines, sodass wir unsere "heavy bags" nicht allzuweit schleppen mussten.
Als wir uns dann auf die Suche nach etwas Essbarem machten, liefen wir der sogenannten Riverside entlang und waren bereits nach den ersten paar Minuten nicht sonderlich begeistert. Die Leute sind sehr unfreundlich, nicht zu vergleichen mit Siem Reap, die Stadt ist dreckig und Bettler wo man nur hinguckt. Einerseits war uns das im Voraus bewusst, wenn man sich dann aber dort befindet, ist die Situation eine ganz andere. Das groesste Problem hatten wir wahrscheinlich mit uns selbst, denn wir kamen uns so bloed vor als wir uns in ein Restaurant setzten und fuer 10 Dollar etwas assen. Dieses Geld koennte wahrscheinlich eine Familie fuer 1 Woche ernaehren. Diese Gedanken machten uns am meisten zu schaffen,anderseits kann man einfach auch nicht jedem Bettler etwas geben. Ziemliche Gefuehlsgratwanderung, die wir dort durchmachten.
Doch auch ist es nach Einbruch der Dunkelheit sehr gefaehrlich, sich zu Fuss in der Stadt aufzuhalten.
Deshalb haben wir uns dann auch ziemlich schnell dazu entschlossen, am anderen Tag zurueck nach Thailand zu reisen und dort die restlichen Tage bis zur Heimreise Carinas am Strand zu geniessen.
Eigentlich schade, doch ich habe mir immer geschworen, dass wenn ich mich an einem Ort ueberhaupt nicht wohlfuehle sofort weiterreise. Aber man sollte ja nichts erzwingen muessen, nicht wahr?

Tags darauf gingen wir dann in das beruehmt-beruechtigte Tuol-Sleng Museum. Eine Schule die waehrend der Zeit der Roten Khmer (1975-1979) als "Gefaengnis" resp. Folterkammer umfunktioniert wurde. Heute ist es ein Museum mit vielen Fotodokumten aus der damaligen Zeit und man erhaelt einen kleinen Einblick, was sich dort abgespielt hatte. Der pure Horror, und das ist nocht nicht mal 30 Jahre zurueck. So viele Menschen wurden ermordet ohne jeglichen Grund. Das ganze hat eine gewisse Aehnlichkeit mit dem 2. Weltkrieg. Nur das die westliche Welt fast nichts davon mitgekriegt hat.
Die Menschen wurden nach den Folterungen auf die Killing Fields (16km ausserhalb von Phnom Penh) gebracht um dort exekutiert zu werden. Dort wurden sie in Massengraeber geworfen, welche erst Mitte der 80er entdeckt wurden und ausgegraben wurden. Auch heute ist ein grosser Teil noch nicht entdeckt resp. ausgegraben.

Alles war sehr beeindrucken und man kann es nicht fassen, was diese Menschen waehrend den letzten Jahren durchmachen mussten. Ich kann allen nur empfehlen, dieses Land (trotz meiner Erfahrung in Phnom Penh) zu besuchen. Es ist wirklich sehr schoen, die Menschen sind trotz Armut sehr nett und freundlich.